Geschichte

Geschichte um das Grundstück Oranienburg,
Bernauer Straße 147.

Sanitätsrat Dr. med. Paul Zacke (geb. 1863 in Magdeburg) kaufte am 1. August 1910 das Grundstück mit dem Chausseehaus am Lehnitzsee (ehemals Zollhaus) vom Landkreis Barnim. Er gründete einen gastronomischen Betrieb, der sich bald zu einem interessantes Ausflugslokal entwickelte.

Bald darauf vergrößerte er das Grundstück durch Zukauf und  dies ließ den Bau eines zweiten Hauses möglich werden. In diesem Gebäude richtete Dr. Zacke ein „Damenstift“ für Alleinstehende, aus seinem Patientenkreis kommende ältere Frauen ein. Pächter waren eine Frau Nicker und Frau Decker.
Ein drittes im Bungalowstil errichtetes Gebäude diente der Erweiterung und der Unterbringung des Personals.1937 erhielt das „Chausseehaus“ einen Anbau, der als Küche und Gastraum genutzt wurde, später wurde eine Veranda zwischen Chausseehaus und „Damenstift“ gebaut. Der Pächter der Gastronomie  Karl Kerker hätte es zu gern gekauft, doch dieser entstandene Besitz sollte die Alterssicherung der Familie Zacke werden!

"Nur erstens kommt es anders und zweitens als man denkt" (Sprichwort). Im Mai 1945 zog Dr. Zacke mit seiner zweiten Frau und vier kleinen Kindern selbst auf das Anwesen. Die eigenen vier Wände und die Praxis in Berlin am Anhalter Bahnhof sind in den letzten Kriegstagen in Trümmer gefallen.
Zurückziehende Kampfeinheiten der Roten Armee - der zweite Weltkrieg war beendet - hielten die Familie Zacke ganz schön in Atem. Aber auch nur, weil Dr. Zacke eine Rotkreuzfahne aufgehangen hatte und er dadurch zwar unfreiwillig, aber trotzdem dankbar zu Patienten kam, die mit Naturalien bezahlten! Einmal schlachteten die Soldaten eine Kuh auf der Veranda, mal wurde mit Handgranaten im Lehnitzsee gefischt! Und für die Rohzuckerversorgung diente ein Lastkahn, der in unmittelbarer Nähe zur Dampferanlegestelle festgemacht hatte. Anfang August 1945 änderten sich die Zustände schlagartig, als die Besatzungsmacht die Häuser besetzte und die Familie vor die Tür gesetzt wurde. Von einer Stunde zur anderen mußten Zackes das Grundstück verlassen. Es hieß  "zurück nach Berlin". Dr. Zacke brachte die fünfköpfige Familie bei noch lebenden und nicht ausgebombten alten treuen Patienten unter.
Die Nachkriegsgeschichte hatte zur Folge, dass in Oranienburg das Grundstück nach Auszug der Roten Armee, zum Teil von der Nationale Volksarmee übernommen wurde. Das „Chausseehaus“ wurde zunächst Schneiderei, dann Kindergarten und zum Ende der DDR-Epoche Ledigenwohnheim.
Der „Damenstift“ erlebte die Zeit zwischen 1950 und 1993 als Mietshaus.
Der Bungalow mußte nach einem Brand feiernder Soldaten abgerissen werden. Nur grün überwachsene Fundamente zeugen heute noch von ehemals vorhandenen Bauwerk. Auf Grund von Baulandgesetzen der DDR ist das Eigentum der Familie Zacke noch 1988 verstaatlicht worden. Nach der Wende hat sich der Sohn von Dr. Paul Zacke, Karl- Heinz Zacke im Januar 1990 sofort auf den Weg gemacht, um den Familienbesitz zu reklamieren.
Die Rückübertragung des Besitzes hatte es allerdings in sich. Zunächst hatte der Landkreis Oberhavel - trotz berechtigtem Rückübertragungsantrag - ein Asylantenheim im „Chausseehaus“ eingerichtet, nach dem von der Bundeswehr, als Nachfolge der NVA, das Objekt „als entbehrlich“ eingestuft worden war !Nach langem Hin und Her wurde am 26. November 1992 die Erbengemeinschaft wieder Besitzer ihres Eigentums! Seit dieser Zeit hat es immer wieder verschieden Pläne gegeben, den Grundbesitz einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen.

Die Erbengemeinschaft verständigte sich auf die Auszahlung von Anteilen. Heute gehört der Grundbesitz je zur ideellen Hälfte dem Sohn von Karl- Heinz Zacke und dem Großneffen. Im letzten Monat ist das Grundstück dann notariell geteilt worden, so daß jeder sein Grundstück besitzt. Mit viel Engagement wird nun versucht, die Gegend zu einem interessanten Ausflugspunkt für Jung und Alt zu gestalten. Die letzte Bauvoranfrage - schon von mir, Wolf- Dieter Zacke, gestellt - bezüglich der Einrichtung eines gastronomischen Pavillons, mit der Erstellung von vier Holzhäusern seewärts, für die Infrastruktur des Radfernweges Berlin - Kopenhagen (oder Spree- Havel-Müritz), hatte bisher zum Ergebnis, dass die Stadt Oranienburg es lieber sehe, wenn das "Chausseehaus" wieder zu altem Leben erwachen würde und keine zweite wirtschaftliche Einheit auf dem Grundstück entsteht!?
Ich möchte das Chausseehaus wieder als Ausfluglokal mit Fremdenzimmer und großem Biergarten zum Lehnitzsee hin, wieder eröffnen. Für die Wintermonate schwebt mir eine Kleinkunstbühne vor, wo sich Künstler aus Nah und Fern dem Publikum darstellen können. Alternativ besteht die Überlegung, für die entstehende Polizeischule und die dort lernenden jungen Leute, Single-Wohnraum zu schaffen. Um die bestehenden Pläne auch verwirklichen zu können, ist man auf die Mithilfe interessierter Menschen angewiesen, da die Banken dieses nicht unterstützen wollen.
Wer also Interesse an der Verwirklichung des Projektes hat, ist willkommen, ebenfalls
besteht die Möglichkeit sich an der Idee zu beteiligen.